Sachlage: Klage-Schreiben meines Anwalts Dr. Peter Garloff an die Beklagte Frau Barbara Zimmermann, Berlin.

WDr. Peter Garloff, Kaiserdamm 98 , 14057  Berlin                                                               

Rechtsanwalt

Kaiserdamm 98 

D-14057 Berlin 

An :

Frau Barbara Zimmermann, Linienstr. 156, 10115 Berlin 

petergarloff@googlemail.com

 Mein Zeichen:

JJ05//2025-1

 Ihr Zeichen:

 Berlin, den 11. August.2026

 Herausgabeverlangen Münsterbilder Dr. Jörg Janzer

 Sehr geehrte Frau Zimmermann,

 Herr Dr. Jörg Janzer hat mich beauftragt, in der Angelegenheit „Münsterbilder“, in deren Zusammenhang ich Sie bereits Anfang dieses Jahres kontaktiert hatte,  diezur Vorbereitung bzw. Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung notwendigen Schritte einzuleiten.

 Wie in meinem Schreiben vom 19.02. diesen Jahres bereits vorgetragen, begehrt mein Mandant von Ihnen die Herausgabe von sechs Zeichnungen aus seiner in den 1980er Jahren entstandenen Serie Münsterbilder“.  

 Mir liegt ein Schreiben vom 19. August 2014 vor, in dem die Sie den Besitz an den Bildern einräumen und meinen Mandanten darauf hinweisen, dass Sie  Kunstwerke aus der Serie „Münsterbilder“ zwischenzeitlich ohne seine Kenntnis zu einer befreundeten Person nach Mecklenburg-Vorpommern verbracht habe. Angeblich seien die Zeichnungen in der Scheune eines maroden Landhauses in Mecklenburg-Vorpommern von Ihnen untergebracht worden. Sie behaupten, dass sie bei einem Besuch des Anwesens die Scheune  unversehrt vorfanden, die Bilder meines Mandaten jedoch spurlos verschwunden seien. Auf Nachfrage von Herrn Dr. Janzer, der sich zu dem Ort begeben wollte, um dem Verbleib seiner Bilder auf den Grund zu gehen, teilten Sie mit, dass sie sich nicht mehr erinnern könne, wo das Landhaus in Mecklenburg gelegen sei. Wir bestreiten mit Nichtwissen, dass die Bilder zerstört worden sind. Den Nachweis dafür müssten Sie vor Gericht erbringen.

 Die Münsterbilder hatte  mein Mandant in der Wohnung seiner im Jahre 1990 verstorbenen Mutter aufbewahrt.  Sie befanden sich seit 1992  im Gewahrsam des Herrn Dr. Oetjens, der die Wohnung der Mutter meines Mandanten in der Bayernstraße 8 in Freiburg übernommen hatte. Siehatten ohne Kenntnis und Einverständnis meines Mandanten Ende der 1990er Jahre Besitz an den Bildern begründet und  diese später nach Berlin verbracht, ohne Dr. Janzer darüber zu informieren.

 Sie waren  zu keinem Zeitpunkt berechtigt, mit den Bildern so eigenmächtig zu verfahren, wie Sie es getan zu haben selber einräumen. Sie hätten Dr. Janzer von Ihrer Absicht, die Bilder in einer maroden Scheune unterzubringen, statt sie an meinen Mandanten in Berlin auszuhändigen, in Kenntnis setzen müssen. Ihr verschiedentlich geäußerter Hinweis, Sie hätten keine Kontaktadresse meines Mandanten in Berlin gehabt, ist ebenso unglaubwürdig wie ihre Behauptung zum Verbleib seiner Münsterbilder.

 Konkret handelt es sich um folgende Werke aus der Serie „Münsterbilder“:

 Münsterbild Nr. 3 Format 140 x 180 cm (Kopie Anlage 1)

   Münsterbild Nr. 5 Format 120 x 160 cm (Kopie Anlage 2)

Münsterbild Nr 6 Format 120 x 160 cm (Kopie Anlage 3)

Münsterbild Nr. 7 Format 130 x 190 cm (Kopie Anlage 4)

Münsterbild Nr. 8 Format 70 x 280 cm (Kopie Anlage 5)

 Münsterbild Nr. 9 Format 120 x 180 cm (Kopie Anlage 6)

 Der Arzt und international renommierte Künstler Dr. Jörg Janzer ist Urheber und Eigentümer der Bilder. Der Verkehrswert der Zeichnungen dürfte mit mindestens 10.000 Euro pro Bild anzusetzen sein. Diese Annahme stützt sich zum einen auf Verkäufe von Zeichnungen ähnlicher Machart und ähnlichen Formats, die mein Mandant in den 90er Jahren getätigt hatte. Er hatte seinerzeit Zeichnungen an das Land Berlin zum Preis von 6.000 DM pro Bild verkauft ( Werkvertrag vom 08. August 2026, Kopie Anlage 7).

 Die Rechtslage ist eindeutig. Meinem Mandanten steht gegen Sie der dingliche Anspruch aus § 985 BGB einredefrei zu, insbesondere ist der Anspruch gem. § 197 I Nr. 2 BGB noch nicht verjährt.

 Ich fordere Sie auf, bis zum

                                                        25. August 2026

 zur Vermeidung eines Klageverfahrens einen Vergleichsvorschlag zu unterbreiten, der eine finanzielle Entschädigung meines Mandanten vorsieht. Die Höhe der finanziellen Entschädigung muss sich an dem Verkehrswert der Bilder orientieren.

 Nach fruchtlosem Verstreichen der Frist werde ich meinem Mandanten empfehlen, ohne weitere Ankündigung Heraus- bzw. Schadensersatzklage beim Landgericht Berlin zu erheben. Gleichzeitig wird mein Mandant zur Wahrung seiner berechtigten Interessen alle Wege nutzen, um den Vorgang in der Kunstszene publik zu machen.

 Mit freundlichen Grüßen

 Dr. Peter Garloff

Rechtsanwalt

 

 

 

 


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Die Story zur Entstehung der Münsterbilder:

Mitte der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts begann ich, beeindruckt von der Diskussion um Edward Tellers Neutronenbombe, eine Serie von Zeichnungen unter dem Titel Heimatbilder. Es handelte sich dabei um Bildreflektionen über das DANACH, die in ihrer Summe einen Essay der Sprachlosigkeit ergaben.

Meine Heimat, das ist die im äußersten Südwesten der Republik gelegene Stadt Freiburg im Breisgau mit ihrem Münster, der Kathedrale mit dem angeblich schönsten, gotischen Turm, von dem aus man den Schwarzwald, die Rheinebene, den Kaiserstuhl und die Vogesen überblicken kann – bei gutem Wetter sogar bis hinüber zu dem im Elsass gelegenen AKW Fessenheim .

Eines Tages, als ich mal wieder in Grübelei versunken durch die Stadt streifte, vernahm ich plötzlich einen seltsamen, nie zuvor gehörten, die gesamte Atmosphäre durchdringenden, sirrenden Ton. Als ich den Blick hob, um mich der Ursache des beunruhigenden Geräusches zu vergewissern, blieb mir fast das Herz stehen. Aus allen Himmelsrichtungen kamen, sowohl von den umliegenden Bergen herab, wie auch von der Rheinebene aus, eine Art Riesenwesen, die wie eine Mischung aus Indianern und Aliens aussahen, auf die plötzlich menschenleere Stadt zu.

Einige der Gestalten trugen schwere Holzkreuze auf den Schultern, während andere mit so etwas wie riesigen Sonnensegeln bewaffnet waren, und es waren wohl die letzteren Gebilde, von denen der nervige Ton ausging, der mich aus meiner Grübelei gerissen hatte.

Mag sein, dass es sich bei den Sonnensegeln um Sende – und Empfangsysteme aus fernen Welten handelte, jedenfalls musste ich mit ansehen, wie unter dem Einfluss dieser luftigen Konstruktionen, die irgendwie an überdimensionale Kinderdrachen erinnerten, sich meine Heimatstadt – einschließlich der gesamten sie umgebenden Landschaft – sich wie in einem gleichzeitig vorwärts und rückwärts laufenden Film unaufhaltsam zu verwandeln begann.

Das Münster, dass als einziges im Zentrum der Stadt gelegenes Bauwerk, die Bombenangriffe des zweiten Weltkrieges heil überstanden hatte, schwamm plötzlich als Wrack mit deutlicher Schlagseite, in einen von Haifischschwärmen durchpflügten Meer, während, einem letzten Aufbäumen gleich, aus seinem verletzten Körper feuerspeiende Raketen mit einem fauchenden Geräusch in alle Himmelsrichtungen davon stoben. Und am westlichen Abhang des Schwarzwaldes klaffte plötzlich ein riesiges schwarzes Loch.

Wie von Geisterhand hatten sich mir die bisher verborgen gebliebenen Pforten zu einem geheimen Bunkersystem aufgetan, das früher mal eine Silbermine gewesen war und nun dazu diente, die gesamte Kulturgeschichte unseres Landes mikroverfilmt und atombombensicher aufzubewahren.

Offenbar war es den fremden Eindringlingen gelungen, mit Hilfe ihrer Solarmaschinen die Filmaufnahmen aus dem Bunker derart auf die Landschaft zu projizieren, dass ich mich nach und nach in eine bildhafte Synthese aus früher Vergangenheit, Mittelalter, Gegenwart und Zukunft versetzt sah.

Mir war sofort klar, dass ich das ebenso faszinierende, wie erschreckende Szenario, mit den mir eigenen Mitteln eines Zeichners für die Nachwelt festhalten musste. Das Problem war dabei allerdings, dass mit der Gesamtheit der Einwohner unserer Stadt auch der Inhaber meines Künstlerbedarfladens verschwunden war, so dass ich zunächst ohne Zeichenmaterial da stand. In meiner Not begann ich, die in den Straßen herumliegenden Bretter und zerbrochenen Schrankwände aufzusammeln, um diese mit alten Bic–Kugelschreibern, die ich in einer Mülltonne gefunden hatte, zeichnerisch zu bearbeiten. Daraus entstand die nachfolgend dokumentierte Bildserie, die erst damit zu Ende ging, dass ich irgendwann keine Kugelschreiber mehr hatte.